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Mit Botox gegen Achselschweiß

Botox ist nicht nur ein probates und anerkanntes Mittel, um Fältchen im Gesicht weg zu zaubern. Die Medizin hat festgestellt, dass das Nervengift Botox auch zur Behandlung von übermäßigem Schwitzen eingesetzt werden kann. Wie auch bei der Faltenbehandlung entfaltet Botox seine Wirkung unmittelbar an den Nervenenden, indem es die Freisetzung der Transmittersubstanz blockiert, die zur Abgabe einer Transmittersubstanz angeregt, die wiederum die Schweißdrüsen zur Schweißsekretion veranlasst. Über zwei Millionen Menschen leiden unter unkontrollierter Schweißproduktion im Achselbereich, unabhängig ob bei Wärme oder Kälte. Verantwortlich ist eine vererbbare Störung des vegetativen Nervensystems (Hyperhidrose). Im Sommer ziehen sie sich bis zu drei Mal am Tag um und duschen mehrmals täglich. Häufig sind diese Menschen gehemmt im Umgang mit anderen Menschen. Sie fürchten

es könnte der Eindruck entstehen, sie würden regelmäßige Hygiene und Körperpflege vernachlässigen. Insbesondere in unserer leistungsorientierten Gesellschaft kann schnelles Schwitzen als Untrainiertheit bzw. fehlende körperlich Fitness verstanden werden, was wiederum für die Karriere hinderlich sein könnte.

Es sollte allerdings nicht vergessen werden, dass Schwitzen ein lebensnotwendiger und ganz natürlicher Vorgang ist. Schwitzen dient nicht nur dazu, die Hautoberfläche zu kühlen, sondern auch der Thermoregulation (Regulation der Körpertemperatur). Außerdem werden über den Schweiß diverse Schadstoffe ausgeschieden. Und nicht zu vergessen sind Bestandteile des Schweißsekrets maßgeblich an der nonverbalen Kommunikation beteiligt. Jeder von uns besitzt charakteristische Duftstoffe, die unter Umständen über Gelingen oder Missglücken von zwischenmenschlichen Beziehungen entscheiden.

Es ist schwer zu sagen, wo die Grenze zwischen einer normalen Schweißbildung und einer Hyperhidrose anzusiedeln ist. Aus medizinischer Sicht ist eine Schweißproduktion von mehr als 100 ml pro fünf Minuten krankhaft.

Die Medizin unterscheidet deshalb auch zwischen

  1. leichter Hyperhidrose (die Haut der Betroffenen ist verstärkt feucht)
  2. mäßig schwerer Hyperhidrose (Bildung von Schweißperlen)
  3. schwerer Hyperhidrose (Schweiß tropft ab)

Die bekannteste Möglichkeit gegen krankhafte Schweißproduktion vorzugehen, ist das Absaugen der Schweißdrüsen. Der Eingriff wird ambulant und unter örtlicher Betäubung vorgenommen und erinnert an die Fettabsaugung, die an Bauch, Schenkeln und Po vorgenommen wird. Seit einiger Zeit wird aber auch Botox immer häufiger eingesetzt, um ungewolltes Schwitzen zu unterbinden. Hierzu wird Botulinumtoxin A in extrem verdünnter Form unter die zuvor desinfizierte Haut der gesamten hyperhidrotischen Stelle gespritzt. Je nach Größe der zu behandelnden Fläche sind bis zu 40 bis 50 Stiche erforderlich. Das Schmerzempfinden ist im Achselbereich geringer als an anderen Körperstellen. Deshalb reicht eine kurze Vorbehandlung mit einer schmerzlindernden Creme völlig aus. Auf eine örtliche Betäubung kann im Normalfall verzichtet werden. Eine Sympathektomie – so nennt sich die Schweßdrüsenbetäubung mittels Botox – ist im Bereich der Achselhöhlen im Vergleich zum Gesichts oder den Händen deutlich aufwendiger und auch mit höheren Risiken verbunden. Pro Behandlung und Achselhöhle wird eine Ampulle Botox benötigt.

Da der Preis für die relativ große Menge Botox, die zur Behandlung benötigt wird, recht hoch ist, liegen die Kosten dieser Behandlung bei 1.200 bis 1.400 Euro und nicht selten wird zur Finanzierung dieser Behandlung auf Kredite zurück gegriffen, da die Krankenkasse diese Indikation nur in den seltensten Fällen zahlt. Es gibt aber dennoch immer mehr Frauen, die vor den Kosten nicht zurück schrecken und sich gerade für die Sommermonate Botox unter die Achseln spritzen lassen, ohne an einer krankhaften Schweißproduktion im klinischen Sinne zu leiden. Sie wollen während der warmen Jahreszeit vor unästhetischen Schweißringen sicher sein, was gerade beim Tragen hautenger oder trägerloser Tops unschön wirken kann.

Nachteile der Behandlung sind zum einen die hohen Kosten der Substanz und die zeitliche Begrenztheit zu nennen. Die Behandlung hält lediglich fünf bis neun, maximal zwölf Monate vor. Wenn sich die Nervenendigungen regeneriert haben, kommt es erneut zur Schweißbildung, wodurch eine Wiederholung der Behandlung erforderlich wird. Allerdings kann eine wiederholte Injektion mit Botox die Wirkungsdauer verlängern. Und nicht vergessen werden sollte, dass fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung die Wirkung von Botox ausbleibt. Grund hierfür ist das Vorhandensein von Antikörpern gegen das Nervengift.

Weitere Informationen und Ärzte, die Botoxbehandlungen durchführen finden Sie hier

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